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Helgoland/Düne Teil 3: Von Robben und Seehunden

Ich klappe mein Stativ zusammen, nehme es auf die Schulter und stampfe weiter auf die Nord-Ost-Spitze der Helgoländer Düne zu. Es ist kurz nach fünf Uhr und die ersten Landschaftsaufnahmen der blauen Stunde sind auf Speicherkarte gebannt. Die 20 Minuten Wartezeit bis zum Sonnenaufgang möchte ich möglichst bequem verbringen und mache mich auf zum Wellenbrecher um mich auf einen der großen Steinbrocken zu setzen.
Es weht nur leichter Wind. Die Seevögel sind noch nicht zu hören und nur das Rauschen der Wellen unterbricht die Stille . In etwa 30 Metern Entfernung döst ein junger Seehund vor sich hin. Hin und wieder blickt er auf und schaut direkt zu mir herüber. Neugierig robbt der kleine Kerl langsam aber sicher in meine Richtung. Etwa 10 Meter entfernt lässt er sich wieder nieder und döst weiter vor sich hin. Natürlich nicht ohne hin und wieder einen verstohlenen Blick in meine Richtung zu werfen.
Wie ihr unschwer erkennen könnt, geht es heute um die Seehunde und Kegelrobben auf der Düne bei Helgoland. Als wir Anfang Mai dort waren, fanden wir die Kegelrobben hauptsächlich am Nordstrand. Ziemlich entspannt liegen sie hier Seite an Seite mit den Seehunden. Am Südstrand der Insel hingegen hat sich nur eine überschaubare Gruppe von Seehunden breit gemacht.
Um die Tiere nicht zu stören, sollen 30 Meter Abstand zu den Robben eingehalten werden. Die Räuber sind aber sehr an die Besucher gewöhnt und daher ziemlich unbeeindruckt von den Zweibeinern. Natürlich halte ich mich an die Abstandsvorgabe… aber wenn dann ein junger Seehund aus freien Stücken auf mich zu kommt, während ich auf den Sonnenaufgang warte, springe ich ja nicht auf und renne weg um den Abstand einzuhalten. Da würde dich das arme Kerlchen ja zu Tode erschrecken.
So sitzen beziehungsweise liegen wir dann also am Stand und warten auf den Sonnenaufgang. Vor mir im Wasser taucht zwischen den Wellen ein weiterer Seehund auf und kommt an Land. Auch dieses Exemplar entdeckt mich. Unschlüssig drückt er sich erst in einiger Entfernung in der Nähe des Wassers herum. Als ich mich daran mache den Sonnenaufgang zu fotografieren und ab und zu einen Blick auf die beiden Seehunde riskiere, wird der neue Besucher mutiger und robbt direkt in meine Richtung und schließlich an mir vorbei. Er lässt sich überhaupt nicht stören. Aufgeweckt beobachtet er mich nur und robbt noch ein Stückchen weiter den Strand hinauf.
Schließlich habe ich alle Bilder im Kasten, schnalle mein Stativ an den Rücksack und schraube wieder das dicke Teleobjektiv an. Bevor ich mich nun auf den Rückweg zur Hütte mache, möchte ich nun am Nordstrand noch weitere Seehunde und vor allem auch Kegelrobben fotografieren, die im ersten Morgenlicht noch vor sich hin dösen. Als ich mich zum Gehen wende und über eine Flache Erhebung Richtung Nordstrand verschwinde folgt mir der eine Seehund. Nach wenigen Metern drehe ich mich noch einmal um und der junge Seehund schaut mir, wie zum Abschied, über die Erhebung nach. Genau diesen Augenblick habe ich in meinem Lieblingsfoto des kleinen Helgolandtrips festgehalten. In die langen Schatten der Steine und der Erhebung gehüllt wird nur sein Kopf vom ersten Sonnenlicht beleuchtet.
Bei all den schönen Fotogelegenheiten, die Helgoland im Allgemeinen und die Düne im Speziellen zu bieten haben, wird mir diese Begegnung wohl am längsten im Gedächtnis bleiben. Schöner als mit einem tollen Sonnenaufgang in bester Gesellschaft kann ein Fototag kaum beginnen.

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Begegnung mit einem jungen Seehund am Nordstrand der Helgoländer Düne

Seehund Tag 2 Mittag 1_web
Mittagspause
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