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Blogparade oder: Gibt es bald keine DSLRs mehr?

Moin,

heute gibt es mal keine Fotos und dergleichen sondern einen Beitrag zu einer weiteren Blogparade. Dieses mal bekam ich vor ein paar Tagen eine nette E-Mail von Fabian Wüst von Spiegelreflexkamera-tests.net ob ich nicht Lust hätte einen Beitrag zum Thema Gibt es dank Smartphones & Systemkameras bald keine DSLRs mehr? zu schreiben. Natürlich hab ich!

Bevor es losgeht hier noch der Link zum Originalbeitrag zur Blogparade:
http://spiegelreflexkamera-tests.net/blogparade-gibt-es-dank-smartphones-systemkameras-bald-keine-dslrs-mehr/

Ab wann könnte es keine Spiegelreflexkameras mehr geben?

Wenn Systemkameras genauso zuverlässig werden wie DSLRs. Sind wir mal ehrlich – wer hatte in Sachen Zuverlässigkeit jemals ernsthafte Probleme mit einer Spiegelreflexkamera? Ja, sie haben mechanische Teile wie den Umklappmechanismus des Spiegels oder den Verschluss. Diese Techniken sind aber fast seit Mitte des letzten Jahrhunderts etabliert, weil sie einfach verdammt zuverlässig sind. Selbst bei 50 Jahre alten Dachbodenfunden funktioniert der Spiegelreflex und der Verschluss meistens noch recht gut oder lässt sich schnell und vergleichsweise günstig reparieren. Der optische Sucher, um ein weiteres Beispiel zu nennen, kann zudem im Gegensatz zu einem digitalen auch nicht ausfallen. Natürlich können bei DSLRs auch Softwareprobleme auftreten – in der Regel sind es nur solche Fehler, die ab und zu auftreten können sofern nicht irgendwas physisch beschädigt ist. Bei Systemkameras oder Smartphones treten zumindest derzeit wesentlich mehr solcher Fehler auf. Hier läuft eben alles digital – und alles ist durchaus Fehleranfällig.

Ersetzen Smartphones bald eh alle Arten von Kameras?

Kurz: Auf gar keinen Fall!
Lang: Schon die winzigen Sensoren mit schlechter Bildqualität, starkem rauschen und selbst bei Offenblende eine riesige Tiefenschärfe disqualifizieren den Gedanken.
Ihr Vorteil ist lediglich ihre kompakte Größe und dass man sie immer dabei hat. Wer allerdings auf der Straße und sonst wo ernsthaft fotografieren möchte hat sowieso eine “richtige” Kamera dabei. Smartphones sind eine tolle Sachen um mal eben zu zeigen wo man ist oder man einen Moment in einem Schnappschuss festhalten möchte. Für mehr taugen sie derzeit allerdings in meinen Augen nicht. Klar gibt es auch Fotografen die ernsthaft mit dem Iphone fotografieren – allerdings wären alle diese Aufnahmen technisch besser auch anders möglich.
Smartphones müssten schon hochwertige Optiken und Vollformat-Bildsensoren verpasst bekommen um weiter ernsthaft über das Thema nachzudenken.

Wird der Absatzschwund im DSLR-Sektor Pentax das Genick brechen?

Was das anbelangt kann ich nicht viel sagen, da ich schlicht zu wenig darüber weiß. Nach meinem Empfinden scheint Pentax schon früh den Anschluss bei der Digitalisierung verpasst zu haben. Als ich so um 2010 Anfing mich für Kameras zu interessieren war mir die Marke kein Begriff. Vielleicht eine Folge eher mäßig erfolgreichen Marketings. Neben Marken wie Nikon, Canon, Olympus und inzwischen Sony ist es wohl schwer sich durchzusetzen und im Markt zu halten. Dazu fehlt ein Alleinstellungsmerkmal und mediale Präsenz.

Viele Journalisten setzen inzwischen nur noch das iPhone zum Filmen ein. Ein erster Wink in welche Richtung es gehen könnte?

Auch hier kommt wieder das “immer dabei”-Argument zum tragen. Außerdem ist dies wohl eher dem journalistischen Markt geschuldet. Massiver Stellenabbau und immer mehr Arbeit auf freiberuflicher Basis und Einzelarbeit statt einem kleinen Team vor Ort. Zudem ist längst schon keine Tagesaktualität mehr gefordert sondern inzwischen Stunden- oder gar Minutenaktualität. Mit dem Smartphone kann ich das spontan gemachte Bild oder Video schnell verschicken oder auf Youtube hochladen – noch am Ort des Geschehens. Kein umständliches Leerräumen der Speicherkarten und kein zeitraubender Umweg über den Computer mehr. Hier schlägt das Argument Aktualität das Argument der optischen Qualität. Einen Vor-Ort-Eindruck kann ein wackeliges Handyvideo auch vermitteln. Außerdem ist jeder von eigenen Aufnahmen an die Smartphone-Ästhetik gewöhnt. Zudem erweckt es häufig ein Mitten-drin-Gefühl und wirkt authentisch. Qualitativ ist klassische Foto-, Video- und Tonarbeit aber auch hier nach wie vor das Beste, was man als Reporter wohl abgeben kann.

Systemkameras sind handlicher als DSLRs. Wie siehst du das?

Da gibt es wohl keine zwei Meinungen. Sie sind leicht, kompakt und mitunter sogar schick und gut um sie immer dabei zu haben. Für Reportagen und für unauffälligeres Fotografieren auf der Straße finde ich sie große klasse. Hier schlagen sie in puncto optische und akustische Unauffälligkeit in die gleiche Kerbe wie Viewfinder-Kameras. Mit meiner dicken Vollformat Canon kann ich wohl kaum unauffällig auf der Straße fotografieren. Zum einen sieht das immer gleich professionell aus, was viele Leute abschreckt und einschüchtert und zum anderen sind Spiegel und Verschluss recht laut. So falle ich spätestens beim Auslösen auf.

Nur Spiegelreflexkameras haben einen optischen Sucher. Ist dieser automatisch viel besser als der Digitale bei den Systemkameras?

Hier verweise ich wieder auf das Argument der Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit der optischen Sucher. Da ich bisher selbst nicht mit Systemkameras mit digitalem Sucher arbeiten konnte, erlaube ich mir hier kein näheres Urteil. Ich weiß nicht, wie sich die digitalen Sucher bei Dunkelheit und in Sachen Helligkeit etc. schlagen.

Gibt es dank Smartphones & Systemkameras bald keine DSLRs mehr?

Smartphones lasse ich einmal außer Acht, die sind in meinen Augen keine Konkurrenz und erfüllen fotografisch einen anderen Zweck.
Bei spiegellosen Systemkameras bin ich mir allerdings sicher, dass sie zumindest im APS-C und Vollformatbereich zum “State of the Art” werden können. Und das vielleicht schon in den nächsten fünf bis zehn Jahren. Die neuen Sony Vollformatkameras sind einfach Spitze. Kompakt, recht leicht, rauscharm bei hohen Empfindlichkeiten und die Bildqualität ist sehr gut. Zudem sehen sie schick aus und dank des flachen Auflagemaßes lassen sich die alten hervorragenden Leica- und Zeissoptiken besonders gut adaptieren.
Würde ich jetzt erst in die Fotografie einsteigen würde ich durchaus ein neues Sonysystem in Betracht ziehen. Mit meiner dicken Canon Vollformatknipse bin ich allerdings mehr als zufrieden und werde dem System die nächsten Jahre treu bleiben. Eine andere Frage ist, ob die spiegellosen Systemkameras auch ins digitale Mittelformat vordringen werden. Sony arbeitet ja gern mal mit Hasselblad zusammen. Vielleicht bekommen wir da in den nächsten Jahren etwas interessantes zu sehen.

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